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„Spott frei“ – Sportspiele nonstop…

Im Sommer wird allerorten „gespielt“

Es ist wirklich – trotz kühler Temperaturen – Sommerzeit und damit „Hoch-Konjunktur“ für den Sport zwischen Regatta-Strecken, Ringer-Matten, Schwimm-Becken, Volleyball-Feldern und Reit-Anlagen.

Zurzeit pulsiert das Sportgeschehen. Die Europaspiele in Baku vom 12.Juni bis 28.Juni wurden – trotz aller Menschenrechtsverletzungen, Umwelt-Frevel und der Toten bzw. Verletzten beim Bau unsinniger Sportanlagen im Austragungsland – durchgeführt. Aufrichtige Sportereignisse, bei denen aufrichtiger Sport präsentiert wird, geraten hingegen an den medialen Rand, so die WM im Modernen Fünfkampf in Berlin vom 28.Juni bis 5.Juli.

Blick auf den Sportsommer 2015

Der diesjährige Sportsommer (sowie „Sportherbst“) hat es ohnehin wieder „in sich“: Zwischen 29.Juni und 12.Juli findet das traditionsreiche Tennis-Turnier in Wimbledon statt. Die Weltspiele im Studenten-Sport, die Sommer-Universiade in Gwangju vom 3.Juli bis 14.Juli, sind eigentlich die größte Sportveranstaltung des Jahres, aber auch die dürften medial ziemlich untergehen.

Dafür steht „Königin Fußball“ bzw. „König Fußball“ um so mehr im Blickfeld: mit den Frauen-WM vom 6.Juni bis 5.Juli in Kanada oder der „Copa America“, den Südamerika-Meisterschaften im Herren-Fußball, vom 11.Juni bis 4.Juli in Chile.

Ansonsten wird nicht nur in Europa, in Baku, „Sport gespielt“, sondern auch bei den Pazifik-Spielen vom 4.Juli bis 18.Juli in Papua Neu-Guinea, die Panamerikanischen Spiele vom 10.Juli bis 26.Juli in Toronto oder die Afrika-Spiele vom 4.September bis 19.September in Brazzaville.

Sportiv geht es „nonstop“ weiter. In Moskau wird zwischen 13.Juli und 19.Juli weltmeisterlich gefochten. In Kazan werden die WM im Wasserspringen, Schwimmen, Synchron-Schwimmen und Wasserball vom 24.Juli bis 9.August zelebriert. Einen Tag später, ab 10.August, und dann bis zum 16.August „rufen“ die Badminton-WM in Jakarta. Und dann geht es „Schlag auf Schlag“ – die EM im Reiten vom 11.August bis 23.August in Aachen, die WM im Kanu-Rennsport vom 19.August bis 23.August in Mailand, die Leichtathletik-WM vom 22.August bis 30.August in Peking, die Judo-WM vom 24.August bis 30.August in Astana, die Ruder-WM vom 30.August bis 6.September in Frankreich, die WM im Ringen vom 7.September bis 12.September in Las Vegas, die WM in der Rhythmischen Sportgymnastik vom 7.September bis 13.September in Stuttgart, die WM im Stra�en-Radsport vom 19.September bis 27.September in Richmond, die Amateur-Box-WM vom 5.Oktober bis 18.Oktober in Doha, die Turn-WM vom 23.Oktober bis 1.November in Glasgow, die WM im Gewichtheben vom 20.November bis 29.November in Houston und und und

Schweriner, Neubrandenburger, Rostocker, Greifswalder oder Wismarer dürften bei den einen oder anderen Meisterschaften ebenfalls am Start sein und um Medaillen mitkämpfen.

Eines ist also im Sommer 2015 klar: Es gibt viel Jubel, Trubel und Heiterkeit in puncto Leistungssport.

Blick über den Leistungssport hinaus

Ist Jubel aber angebracht, dekadentes Interesse am Hochleistungssport? Nein!

Wer kann angesichts der zahlreichen Kriege, Krisen und Arglistigkeiten weltweit nur den Sport im Blick haben?! Genau: Außer ein paar weltfremden Apparatschiki, ob aus Wirtschaft, Politik oder „Lifestyle“, niemand!

Erstaunlich daher, dass Nichtigkeiten a la „Formel 1“, „Kirmesboxerei“ und „Profifußballerei“ so hoch gejazzt werden. Klar doch, „die deutschen Hamster und Lemminge“ müssen von den tatsächlichen Problemen entsprechend abgelenkt werden. Es könnte ja jemand auf die Idee kommen, die „real existierende Demokratur“ in Frage zu stellen, da sollte doch lieber zur Fernbedienung oder den Boulevard-Medien gegriffen werden. Dort werden Realitäten hervorragend ignoriert oder relativiert.

Im Sport ist es nicht viel anders. Die Mehrheit unserer Profi-Sportlerinnen und -Sportler geben sich dem „Narzissmus“ hin, denken nur noch an „ihren Marktwert“ – über den „sportlichen Tellerrand“ wird kaum hinaus geblickt und ansonsten sucht man die Nähe zum Boulevard und den Apparatschiki.

Tja, der Hochleistungssport – ein leidiges Thema!

Vor mehr als 30 Jahren: Die „Wettkämpfe der Freundschaft

Blickt man auf das Jahr 1984 zurück und schaut gleichzeitig in die Gegenwart, so kann man nur resümieren: Es ist nichts besser geworden – im Gegenteil. Der Sport wird immer noch und noch viel extremer politisch missbraucht, es wird gedopt „auf Teufel komm raus“, Sponsoren beeinflussen sportliche Entwicklungen in exorbitantem Maße und die Mainstream-Medien haben nur „Fußbälle“, „Box-Handschuhe“ und noch ganz andere „Bälle“ im Kopf – oder an selbigen bekommen. Wobei „frau“/man nicht nur an die FIFA denken sollte.

Vor 30 Jahren – ein Paradebeispiel – wurde gerade Olympia von West und Ost elementar missbraucht. Die West-Profis und „Ost-Amateure“ wetteiferten seinerzeit getrennt. Es war wieder einmal „Boykott-Zeit“, wie 1976 in Montreal („Afrika-Boykott“) oder 1980 in Moskau („Westblock-Boykott“). 1984 revanchierte sich nun ein Großteil des „Ostblocks“. Olympia in Los Angeles fand ohne Russen, Ostdeutsche, Kubaner, Vietnamesen, Nordkoreaner, Kubaner, Bulgaren, Weißrussen, Ukrainer, Balten, Polen, Ungarn, Äthiopier, usw. statt…

Der „Große Bruder“ in Moskau organisierte zwischen Havanna und Ural die „Gegenspiele“, die „Druschba-Contests“, die „Wettkämpfe der Freundschaft“.

Freundschaftlich ging es in der Sportwelt allerdings schon damals nicht zu – weder zwischen Ost und West noch „Ostblock-intern“!

Selbst innerhalb des Sowjetreichen gab es ein geschärftes Konkurrenzdenken unter den 15 so genannten „Sowjetrepubliken“. Litauer, Letten und Esten fühlten sich dabei nie als „Sowjet-Bürgerinnen und -Bürger – ein Umstand, der von Amerikanern, Westdeutschen oder Briten fast ausnahmslos ignoriert wurde.

Die sportlichen Entscheidungen der „Freundschaftswettkämpfe

So fanden dann zwischen 2.Juli und 16.September die „Wettkämpfe der Freundschaft“ statt – wobei die DDR Straßenradsport (Schleiz/Forst), Kanu-Rennsport (Berlin-Grünau) und Herren-Handball (Magdeburg/Rostock) austragen durfte – während vom 28.Juli bis 12.August die „richtigen“ Olympischen Spiele in Los Angeles durchgeführt wurden.

Die DDR, deren damalige Sportführung den Boykott des „Großen Bruders“ nur widerwillig unterstützt hatte, schickte dann auch zu vielen Wettkämpfen nur „Reserve-Teams“. Der Frust war zwischen Rügen und Sächsischer Schweiz ganz einfach zu groß, wollte man die UdSSR doch erstmals auch bei Sommerspielen schlagen, was bei den Winterspielen 1984 in Sarajevo zuvor gelang.

So ist es nicht verwunderlich, dass es den erwarteten Zweikampf zwischen den fünfzehn Sowjetrepubliken und der DDR im „Druschba-Medaillenspiegel“ 1984 nicht gab. Die Sowjetunion erkämpfte 282 Medaillen, davon 126 x Gold. Die DDR mit einer „Reserve-Mannschaft“ errang 137 Medaillen, davon 49 x Gold. Weit dahinter folgten Bulgarien, Kuba, Ungarn oder Nordkorea.

Was gab es seinerzeit aber aus M-V-Sicht sportlich zu bemerken?

Bei den Leichtathletik-Wettkämpfen in Moskau (Herren) und in Prag (Frauen) waren auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Schwerin bzw. Rostock unter den Medaillen-Gewinnern. Marita Koch (SC Empor Rostock) wurde Erste über die 400 Meter. Die Rostockerin Helga Radtke belegte im Weitspringen mit 7,11 Metern Platz zwei hinter Heike Drechsler, die auf 7,15 Meter kam.

Im Diskuswerfen schaffte Jürgen Schult (SC Traktor Schwerin) 66,02 Meter, was Platz drei hinter Juri Dumtschew (UdSSR) und Juan Martinez (Kuba) bedeutete. Im Zehnkampf gab es Silber für Torsten Voss (SC Traktor Schwerin) – hinter Grigori Degtjarjew (UdSSR). In der Endsumme der Leichtathletik-Wettkämpfe in Moskau und in Prag zählte die UdSSR 24 x Gold, 20 x Silber, 19 x Bronze und die DDR 8 x Gold, 7 x Silber, 4 x Bronze.

Das Box-Turnier in Havanna war hingegen eine kubanische Meisterschaft mit internationaler Beteiligung. 11 x Gold, 1 x Silber – das war die Bilanz für Fidel Castros Box-Staffel. Torsten Schmitz (SC Traktor Schwerin) gewann als einziger Nicht-Kubaner Gold in der Gewichtsklasse bis 67 Kilogramm vor Jose Hernandez (Kuba), Luis Garcia (Venezuela) und Serik Konakbajew (UdSSR). Michael Timm (SC Traktor Schwerin) holte zudem Bronze in der Gewichtsklasse bis 71 Kilogramm – hinter Angel Espinosa (Kuba), Michail Tukow (Bulgarien) und mit Sandor Hranek (Ungarn). Die DDR-Staffel kam auf 1 x Gold, 6 x Bronze.

Zwischen Kanu und Turnen

Bei den Kanu-Rennsport-Entscheidungen in Berlin-Grünau jubelte Rüdiger Helm (SC Neubrandenburg), der dreifache Olympiasieger von 1976 und 1980, über Gold im K 1 über 1000 Meter und im K 4 über 1000 Meter. Die DDR sammelte dabei in Berlin-Grünau fleißig kanu-rennsportliche Medaillen: 6 x Gold, 5 x Silber, 1 x Bronze.

Im Straßen-Radsport in Schleiz/Forst war die DDR mit 3 x Gold, 3 x Silber bestens dabei und auch im Herren-Handball in Magdeburg/Rostock konnte aus ostdeutscher Sicht gejubelt werden: Die DDR-Auswahl, unter anderem mit Frank-Michael Wahl, Rüdiger Borchardt oder Wieland Schmidt, distanzierte wieder einmal die UdSSR – wie schon 1980 in Moskau. Das Frauen-Handball-Turnier in Trencin endete 1984 mit einem Erfolg der UdSSR vor der Tschechoslowakei und der DDR, unter anderem mit Katrin Krüger, Sybille Wagner, Andrea Stolletz, Evelyn Hübscher und Claudia Wunderlich.

Im Turnen in Olomouc freute sich Maxi Gnauck, die Olympiasiegerin von 1980, über zweimal Gold, wobei Olga Mostepanowa mit 5 x Gold die überragende Turnerin war. Bei den Entscheidungen in der Rhythmischen Sportgymnastik in Warna überzeugte hingegen Diliana Gueorguiewa (Bulgarien) mit 4 x Gold.

Vom Volleyball zum Segeln

In Warna wurde auch Hallen-Volleyball gespielt. Die Frauen durften hier agieren und Kuba setzte sich vor der UdSSR und der DDR mit Maike Artl, Monika Beu, Andrea Heim, Catrin Heydrich, Grit Jensen, Ramona Landgraf, Heike Lehmann, Karla Mügge, Ute Oldenburg, Ariane Radfan, Martina Schwarz und Dörte Stüdemann durch. Beim Herren-Turnier in Havanna gab es Platz eins für die UdSSR vor Kuba und Polen.

Das Judo-Turnier in Warschau stand „unter dem Sowjet-Stern“, denn mit 5 x Gold, 2 x Silber, 1 x Bronze war die SU dort am besten. Der Rostocker Andreas Paluschek schaffte Silber – in der Gewichtsklasse bis 65 Kilogramm hinter Nikolai Soloduhin (UdSSR).

Im Modernen Fünfkampf in Warschau war der Ungar Laszlo Fabian mit zweimal Gold der überragende Athlet und auf der Moskauer Ruder-Strecke holten die sowjetischen Boote 12 x Gold. Die DDR gewann zweimal Gold im Frauen-Doppelzweier (Kirsten Peters/Ramona Balthasar) und im Herren-Doppelvierer (mit Karl-Heinz Busset, Uwe Mund, Berndt Kalisch und Klaus Kröppelien, den Doppelzweier-Olympiasieger 1980 aus Rostock). Der Rostocker Hans Sennewald, heute Präsident des Ruderverbandes M-V, wurde hinter der UdSSR mit dem DDR-Achter Zweiter.

Bei den Schwimm-Contests in Moskau dominierte die DDR mit 16 x Gold, 12 x Silber, 6 x Bronze. Der spätere Arzt an der Universitätsklinik Greifswald, Sven Lodziewski, erkämpfte Gold über 200 Meter Freistil und mit der 4 x 200 Meter Freistil-Staffel der DDR.

Geschossen wurde auch sportlich – ebenfalls in Moskau. Dabei errangen der gebürtige Demminer Axel Wegner (zusammen mit Bernhard Hochwald) im Skeet und der gebürtige Wittenberger Jens Potteck mit der Luftpistole jeweils Gold.

Die „Druschba“-Segel-Wettkämpfe waren „gesplittet“ – Austragungsorte waren der Balaton und das olympische Segel-Revier von 1980 vor Tallinn. Die DDR ersegelte bei den Regatten 2 x Gold, 2 x Silber, 1 x Bronze. Unter anderem belegten Jörn Borowski/Egbert Swensson (SC Empor Rostock), die Olympia-Zweiten von 1980, auch Platz zwei bei den „Freundschaftsentscheidungen“ in der 470er Klasse 1984.

Erfolgreiche Rostocker Wasserspringer

Große Erfolge verzeichneten auch die Rostocker Wasserspringerinnen und Wasserspringer bei den „Druschba-Wettkämpfen“. Deren Austragungsort war Budapest. Im Kunstspringen belegte Dieter Waskow (SC Empor Rostock) Platz zwei hinter Alexander Portnow (UdSSR); im Turmspringen jubelte die Universitäts- und Hansestadt sogar über einen Doppel-Erfolg – durch Dieter Waskow und Thomas Knuths. Im Turmspringen bei den Damen wurde Ramona Wenzel (SC Empor Rostock) Zweite hinter Alla Lobankina (UdSSR) und im Kunstspringen war Britta Baldus, ebenfalls vom DDR-Team, die Beste.

Auch die Ringer hatten ihre Einsätze „der Freundschaft“ in Sofia und in Budapest. Die DDR holte dort dreimal Bronze von der Ringer-Matte, auch durch Roland Gehrke aus Woldegk im Freistil-Ringen.

„Druschba“ und weiter

Tja, diese „Wettkämpfe der Freundschaft“ sind fast vergessen… Vergessen ist aber nicht der Frevel, der an der olympischen Idee begangen wurde und der seinen Anfang nahm, als Profi- und Profit-Interessen in West und Ost vor einem aufrichtigen Sport gestellt wurden.

In Los Angeles, bei den Olympischen Spielen vom 28.Juli bis 12.August, war es zuvor ähnlich… Der politische und ökonomische Missbrauch der olympischen Idee wurde offensichtlich – L.A.`84 mutierte zu einer nationalen amerikanischen Propaganda-Party. Tanzte in Havanna, Budapest oder Moskau 1984 der russische Bär, so startete eben der Weißkopf-Seeadler „Uncle Sam“ zu neuen Höhenflügen, was sich auch in der Medaillen-Bilanz von 174 Plaketten, darunter 83 x Gold, für Team U.S.A. ablesen ließ. Und die damalige „Union der (15) sozialistischen Sowjetrepubliken“ trumpfte sogar bei den „Gegen-Spielen“ noch mehr auf – 282 Medaillen, darunter 126 x Gold… „Mittelchen“ gab es damals wie heute!

M-V „trotzte“ dem Boykott 1984

M-V ging damals (1984) übrigens nicht gänzlich ohne olympisches Edelmetall aus, denn im teilnehmenden westdeutschen Team war auch ein Feldhockey-Spieler, der 1957 in Plau am See geboren wurde: Ulrich Hänel. Der holte dann mit der westdeutschen Auswahl Silber – wie vier Jahre später, 1988 in Seoul, auch.

Ein Schweriner war in Los Angeles 1984 zudem ganz offiziell für die damalige DDR aktiv: Hans-Jürgen Wüsthoff, der heutige „Nestor“ der Schweriner Rudergesellschaft, fungierte 1984 in L.A. als Kampfrichter im Rudern – zumindest diese „durften“ unter den „olympischen Ringen“ 1984 aus östlicher Sicht dabei sein.

Der Sport, gerade der olympische, entwickelte sich eben insbesondere seit den 1970er Jahren, verstärkt seit den 1980ern zu einem „Spielball“ der Politik und Wirtschaft.

Und wo bleiben heute diejenigen, die daran etwas ändern könnten? Sie resignierten, passten sich an und marschieren heute sogar wieder einmal „an der Spitze der sportlichen Entwicklung“! Vorwärts immer, rückwärts nimmer… Kennen wir das nicht alles schon?

Aber vielleicht wird das „Rückwärtslaufen“  bald in das offizielle olympische Programm aufgenommen?!

Olympische Erfahrungen aus deutschem Blickwinkel

Mit Olympia machten die Deutschen eigentlich bislang kaum gute Erfahrungen. Vor allem, wenn sie selbst Organisatoren waren oder sein sollten. Unter dem Kaiser konnten sie 1916 in Berlin nicht stattfinden, weil sie maßgeblich mitgeholfen hatten, den ersten Weltkrieg zu entfesseln. Unter dem Führer verkamen die Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen und die Sommerspiele 1936 in Berlin zu einer Gloriole für Führer und Führerstaat. Staatsratsvorsitzende bissen sich – in Ermangelung vorhandener Kompetenz – an olympischen Projekten ebenfalls die Zähne aus.

Und die Sommerspiele in München 1972 wurden von einem blutigen Attentat auf die israelische Olympia-Mannschaft überschattet. Nichts war da mit den „heiteren Spielen“.

Und auch ansonsten: Die Doping-Vergangenheit vieler Olympioniken und Olympia-Teilnehmer aus beiden Deutschländern ist noch immer nicht hinreichend aufgearbeitet. Obwohl die Beweislage erdrückend dazu ist, bleiben Konsequenzen aus. Und nicht nur in Deutschland-Ost wurde ja im Hinblick auf Olympische Spiele kräftig gedopt, nein, auch in der Bananen-Republik Deutschland, der „BRD“… Aber da möchten Sportpolitiker und Sportfunktionäre am liebsten den „Mantel des olympischen Schweigens“ darüber legen oder diese Tatsachen gleich entschieden ignorieren.

Olympia nun in Hamburg und auch ein bisschen in M-V?!

Olympia 2024 also in Hamburg?! Also Matjes-Hering statt Berliner Bär. Devise: Biete unvollendete Elbphilharmonie gegen unbezahlbaren Flughafen! Zwei bis vier oder gar acht Milliarden Euro für die ultimative Volksbespaßung. Wir haben es ja! Immer raus damit. Nach uns die Sintflut… Sparen können wir ja an den Petitessen: Statt Champagner gibt es eben originales Alster-Wasser, abgefüllt und „kronverkorkt“ vor dem Hamburger Rathaus! Gesegelt wird allerdings nicht vor Warnemünde… Gl�ck gehabt, Rostock und „dessen Strandbad“!

Da flossen viele Krokodilstränen – gerade beim Rostocker OB… Das olympische Dorf und eine neue segelsportliche Anlage sollen trotzdem her! Wenn nicht „Olympia“, dann wird die „Warnemünder Woche“ aufpoliert. Noch hoffen ja auch Schwerin und Wismar auf olympische Wettkämpfe – im Boxen, im Handball oder im Volleyball. Wenn da mal die Brüder und Schwestern in Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen mitspielen…

Vielleicht wird aus dem Olympia-Traum „Made in Germany“ aber doch nur ein „Olympia-Trauma“ – wie schon bei GAP, Berlin, Leipzig und München zuvor und nach 1990! Am Ende lädt Hamburg doch nur zum 1000000. olympischen Heringsmarkt und darf durch die olympischen Ringe zuschauen, wie Boston 2024 die olympischen Schulden abtragen darf. Aber wahrscheinlich klappt es dann 2028 mit Olympia – das IOC & Co. braucht doch dumme Tölpel, die die Show bezahlen. Und da sind die Deutschen immer in der ersten Reihe.

Sackhüpfen, olympischer Tiefschlaf und „Hütchenspiel“ finden dann jeweils in Wismar, Schwerin und Rostock statt. Zum Ruhme des Spottes und zur Ähre des Weizenbrotes…

Wozu Olympia?!

Indes: So lange auf diesem Planeten noch immer mehr als 50 Kriege sowie kriegerische Auseinandersetzungen toben, Deutschland zusammen mit China hinter den USA sowie Russland Dritter bei den Rüstungsexporten ist (und sogar den Rüstungsetat erhöhen will), täglich unzählige Kinder elend verhungern müssen bzw. an den Folgen des Hungers sterben und wir alle global massenhaft bespitzelt werden, ist kein Platz für „Olympische Spiele“, deren hehre Grundwerte dank politischer Einflußnahme, monetärer Gier und medialer Verdummung längst zerstört wurden. Und zur Gewinn-Maximierung der „olympischen Sponsoren“ sind sie ohnehin überflüssig…

Daran ändert auch nichts, dass es hierzulande durchaus viele aufrichtige Sportlerinnen und Sportler gibt, die sich mit viel Herzblut ihrem Sport widmen – statt sich nur über einen inszenierten „Marktwert“ definieren und als willfährige olympische Schlafschafe instrumentalisieren lassen.

Die „Olympischen Spiele der Antike“ gingen einst unter, weil Betrug, Gier, Heuchelei, exorbitante Kosten und purer Narzissmus diesen den Todesstoß versetzten. Geschichte wiederholt sich nicht?! Oder…

Und die vielleicht wichtigste Frage zum Schluß: Warum gibt es so viele „Sport-Spiele“?! Ganz einfach, diese emotionalisieren hervorragend und lenken so bestens vom wirklich Wichtigen und Relevanten ab! Von der Realität…

Na dann, Spott frei!

Marko Michels

 


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