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Zum Ruhme des Spottes und zur Ähre des Butterbrotes!

Hurra, Fußball-EM und Olympia „stehen vor der Tür“…

Es ist nicht mehr weit bis zu den Olympischen Spielen in Rio. Ãœberall gibt es olympische Test- und Qualifikations-Wettkämpfe in den verschiedensten Sportarten. Ähnliches gilt für die Europameisterschaften im „Geldvermehrungsunternehmen“ Profi-Fußball. Beim Profi-Fußball noch von einer Sportart zu sprechen, erscheint angesichts der massiven Betrugs- und Korruptionsereignisse nicht nur bei der FIFA aberwitzig zu sein. Ohne die jüngsten Berichte der Enthüllungsplattform „Football Leaks“ würde noch immer der „Gutglaube“ vorherrschen, man habe es mit ehrenwerten Sportvertretern zu tun…

Kein Fest des Sportes mehr…

Und Olympia nebst Paralympia ist ebenfalls kein Fest des Sportes mehr, sofern es das jemals war. Olympia wurde stets wirtschaftlich oder politisch missbraucht, ob als „Anhängsel“ der „Weltausstellungen“ 1900 in Paris oder 1904 in Saint Louis, ob „unter dem Hakenkreuz“ 1936 in Berlin, ob mit den „kleinen Boykott-Aktionen“ 1956 in Melbourne aufgrund des Ungarn-Einmarsches der Roten Armee bzw. der Suez-Krise, ob mit dem blutigen Terror gegen die israelische Olympia-Mannschaft 1972 in München, ob der „Afrika-Boykott“ 1976 in Montreal, ob der „Westblock-Boykott“ 1980 in Moskau, ob der „Ostblock-Boykott“ 1984 in Los Angeles, ob der „kleine Ostblock-Boykott“ 1988 in Seoul oder der Bomben-Terror 1996 in Atlanta. Auch Athen 2004, Turin 2006, Peking 2008 oder Sotschi 2014  waren keine „Meilensteine“ in der olympischen Bewegung – im Gegenteil!

Doping und kein Ende…

Doping, das zurzeit nur mit Russland in Verbindung gebracht wird, ist jedoch auch hierzulande alles andere als unbekannt. Längst ist erwiesen, dass die Deutschländer in Ost und in West systematisch, flächendeckend und unter staatlicher Obhut Doping betrieben. Nein, nicht nur in der DDR, sondern auch in der angeblich so demokratischen Bundesrepublik Deutschland. Wenn dann eine westdeutsche 4 x 100 Meter-Frauen-Staffel Olympia-Gold vor dem „hoch gedopten“ DDR-Quartett gewann, lag es wahrscheinlich nur an den West-Bananen und an der West-Schokolade oder dem West-Fastfood. Sportlich „verarmleuchtern“ kann sich aber jede bzw. jeder selbst.

Die Doping-Kriminalität in der „DDR“ und in der „BRD“ wird aber aufgearbeitet – allen Widerständen zum Trotze. Da werden noch einige deutsche Olympia-Medaillen aus der Vergangenheit gestrichen werden. Da gilt für die Ost-Athleten mit ihren Anabolika-Spritzen wie für die westdeutschen unsportiven Kolbenfresser nebst ihren „Vitamin-Spritzen“.

Ausgerechnet  „Uncle Sam“ spielt sich nun als großer Kämpfer gegen Doping auf, als hätte es das massive Doping bis 1990 und erst recht danach in den Vereinigten Staaten nie gegeben. Die Fälle Marion Jones, Lance Armstrong oder Justin Gatlin schon vergessen?! Alzheimer ist schlimm. Initiiertes Alzheimer noch schlimmer!

Nun geht es unter den fünf olympischen Ringen also bald los. Wie war das noch vor vier Jahren?!

2012 – eine Betrachtung

Vor fast vier Jahren erlosch am 12.August 2012 das olympische Feuer der XXX.Olympischen Spiele der Neuzeit. London 2012 war damit Vergangenheit, ist Sportgeschichte. Die fast 11000 Sportlerinnen und Sportler aus 204 Ländern, die „zum Ruhme des Sportes und zur Ehre des Vaterlandes“ um Gold, Medaillen und beste Platzierungen wetteiferten, machten sich wieder auf dem Heimweg. Diejenigen, die siegten, wollten nun ihre Erfolge verteidigen. Diejenigen, die Niederlagen hinnehmen mußten, sannen auf Revanche. Wollten noch härter trainieren.

Die britischen Gastgeberinnen und Gastgeber waren so erfolgreich wie seinerzeit seit 104 Jahren nicht mehr, als London zum ersten Mal Olympische Spiele ausrichtete. Dann folgte 1948 und eben 2012.

Unsportliche Spiegeleien

China und die USA lieferten sich ein packendes Duell um Platz eins in einem „sportlichen“ Medaillenspiegel, den es offiziell gar nicht gibt. Aber so sind die Menschen: Erfinden die unsportivsten Dinge, um besonders sportiv zu erscheinen.

Deutschland überraschte und Deutschland enttäuschte bei diesen Spielen. Nicht alle Blütenträume der Funktionäre und Sportpolitiker gingen in Erfüllung, nicht alle Hoffnungen der Sportlerinnen und Sportler zwischen Kap Arkona und Bayrischem Wald erfüllten sich.

Viele gaben ihr Bestes, zeigten Einsatz, Siegeswillen und viel Engagement. Dennoch reichte es mitunter nicht. Sollte man ihnen dieses vorwerfen? Ist denn nicht wirklich bereits die Teilnahme an den Spielen so unglaublich klasse, dass alles andere mehr ohnehin nur noch Zugabe ist …

Gerade die Spiele in London 2012  zeigten, dass der Konkurrenzkampf, national wie international, immer härter wird. Es gibt zwar noch sportliche Freundschaften und gute Bekanntschaften, aber die hören bekanntlich dann auf, wenn es um Edelmetall geht. Es gab Proteste, suboptimale Leistungen von Schiedsrichtern und Kampfrichtern, chaotische Regelauslegungen, es gab viele Nickligkeiten bei den Wettkämpfen und in den Stadien. Die Massen-Medien beteiligten sich oftmals an oberflächlichen Inszenierungen, die alles andere als fair waren.

Ist der „große Sport“ gesund?!

Ob immer alles regelkonform, selbstlos und aufrichtig ablief? Zweifel sind angebracht. Bei 302 Entscheidungen in 32 Sportarten könnte so etwas nur ein Naivling glauben. Wie meinte schon treffend Bert Brecht: „Der große Sport fängt da an, wo er längst aufgehört hat, gesund zu sein!“.

Da gibt es mitunter nur kleine Sieger, aber großartige Verlierer.

War eine Janne Friederike Meyer mit ihrem „Mops“ plötzlich keine erstklassige Reiterin mehr, nur weil es in London nicht besonders gut lief. Ist ihr WM-Gold, ihr EM-Gold, ihr Sieg beim CHIO in Aachen schon vergessen… Zählten die phantastischen Leistungen von Toni Wilhelm (Windsurfen), Janine Berger (Turnsport), Sabine Lisicki bzw. Christopher Kas (Tennis), Stefan Härtel (Boxen), Sebastian Beyer (Leichtathletik), Britta Steffen (Schwimmen), Helene Langehanenberg auf „Damon Hill“ (Reitsport) oder Patrick Hausding (Wasserspringen), nur ein paar Beispiele von vielen, etwa nichts, nur weil es denkbar knapp nicht zu Edelmetall reichte. Haben diese genannten und auch die nicht genannten Athletinnen und Athleten, die unglücklich das Podest verfehlten, es nicht verdient, entsprechend gewürdigt zu werden.

Was ist zudem mit den vielen großen deutschen Sport-Persönlichkeiten, wie Andrea Petkovic (Tennis), Mark Frank (Speerwerfen) oder Nicole Reinhardt (Kanu-Rennsport), die aufgrund von schwerwiegenden Verletzungen ihre olympische Chance 2012 erst gar nicht wahrnehmen konnten.

Was zählt eigentlich?

Medaillenspiegel war gestern, heute sollten doch ganz andere Dinge zählen: Ehrliche Leistungsbereitschaft, Charakter, Aufrichtigkeit, Willensstarke und Kampfgeist. Und das stimmte durchaus bei vielen Sportlerinnen und Sportlern. Für Funktionäre geht es nur um ihre Daseinsberechtigung, für die Athletinnen und Athleten geht es jedoch um die Hingabe zum Sport.

Während sich die deutschen Sportlerinnen und Sportler in der überwiegenden Mehrzahl olympiareif präsentierten, offenbarten einige deutsche Offizielle eine gewisse olympische Unreife. Einige Sportpolitiker und Sportfunktionäre ließen die Mundwinkel verdächtig tief hängen, weil der (heimlich?) angestrebte dritte Platz im gar nicht offiziell existierenden Medaillenspiegel deutlich verfehlt wurde.

Darüber konnten die Olympionikinnen und Olympioniken, Sieger-Typinnen und Sieger-Typen, wie Robert Harting (Diskuswerfen), Miriam Welte bzw. Kristina Vogel, die Kanu-Flotte, Michael Jung (Reiten), die Hockey-Herren, der Deutschland-Achter oder Julius Brink bzw. Jonas Reckermann (Beachvolleyball) nur müde lächeln. Sie bewiesen ihre Klasse eindrucksvoll. Der Gegensatz dazu: Die oftmals verbiesterten Mienen einiger deutscher „Offizieller“.

Eigentlich waren die deutschen Turnerinnen und Turner in London ebenfalls glänzend dabei – und gewannen dreimal Silber. Einigen Funktionären fehlte auch hier das Gold – und sie bewiesen auch an dieser Stelle ihre mangelnde „Turn-Fitness“.

Vielleicht hätten die ewigen deutschen Medaillen-Nörgler nur eine alte Weisheit des Kabarettisten Werner Finck beherzigen sollen: „Die schwierigste Turnübung ist immer noch, sich selbst auf den Arm zu nehmen.“

Auch den Einsatz achten …

Auch hierzulande, in Mecklenburg-Vorpommern, wurde viel genörgelt – angesichts der fehlenden Medaillen. Auch hier wurde vergessen, was vorbildliche Sport-Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Ruderin Marie-Louise Dräger, Rad-Ass Stefan Nimke, Ruderer Stephan Krüger, Siebenkämpferin Julia Mächtig, Kugelstoßer Ralf Bartels, Triathletin Anja Dittmer oder Stabhochspringerin Martina Strutz, im olympischen Zyklus 2008-2012 leisteten… Große Erfolge, großartiges Auftreten auch neben den Wettkampf-Stätten und nachhaltige Einsätze für M-V zeichneten unsere Olympioniken auch 2012 aus – dank engagierter Trainer, Helfer und Ãœbungsleiter – und nicht zuletzt dank ihrer Familien!

Das sollte nicht vergessen werden – trotz mancher berechtigter Enttäuschung. Olympischer (Medaillen-)Erfolg ist wahrlich nicht alles …

Aber Erfolg ist nicht alles und immer nur relativ.

Und allen Olympioniken aus MV, deren Hoffnungen sich in London nicht erfüllten, sei tröstlich gesagt: „Auch Erfolg wird bestraft. Die Strafe liegt darin, dass man mit Leuten zusammenkommt, die man früher meiden durfte.“ Das stammt zwar nicht vom Begründer der Olympischen Spiele der Neuzeit, Baron Pierre de Coubertin, aber von einem anderen hellen Kopf, vom Schriftsteller John Updike. Und der John sollte es wissen!

Übrigens: Stars gibt es nicht, auch nicht im Sport. Jeder Stern ist endlich, sein Ende unabwendbar! Mitunter gilt auch für diese: Mehr (olympischer) Schein, als (olympisches) Sein!

– Nun begann bereits der olympische Fackellauf durch Brasilien. In drei Monaten wird dann bereits das olympische Feuer über Rio aus Anlass der 31.Olympischen Spiele der Neuzeit leuchten. Ob es tatsächlich eine olympische Erleuchtung geben wird, bleibt ungewiss. Aber wird sind ja sportliche Optimisten. Oder auch nicht…

Marko Michels

 

 

 


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