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„Die BUGA war Auslöser für eine tolle Stadtentwicklung…“

Martina Müller von der Stadtmarketing GmbH Schwerin über die Entwicklung Schwerins nach der BUGA

Die damalige Sozialministerin und heutige Ministerpräsidentin von M-V, Manuela Schwesig, bei einem BUGA-Rundgang 2009. Foto: M.M.

Vor einem Jahrzehnt verwandelte sich Schwerin in ein Blumen-Meer. Die Bundesgartenschau (BUGA) 2009 machte Schwerin für ein halbes Jahr fast zum „Mittelpunkt“ in Deutschland.

Die fast zwei Millionen Besucher aus ganz Deutschland und darüber hinaus schwärmten von der Schau, von der Altstadt, dem Schloss-Ensemble und der Natur in und um Schwerin. Viele Infrastrukturprojekte wurden dank der BUGA erfolgreich abgeschlossen. Es herrschte „eine Art Aufbruchsstimmung“ in Schwerin. Das alles war – wie erwähnt – erst vor 10 Jahren…

Was blieb aber nun von dieser „Aufbruchsstimmung“?!

 

Nachgefragt bei Martina Müller, Geschäftsführerin der Stadtmarketing GmbH Schwerin

 

Martina Müller über ihre Erinnerungen an die BUGA 2009, die Stimmung in der Stadt zehn Jahre später, die Entwicklung bzw. Highlights des Kultur- sowie Gartensommers, kommende Herausforderungen, die BUGA 2025 in Rostock und die Bedeutung von „Bares für Rares“ für Schwerin

 

„Die BUGA war Auslöser für eine tolle Stadtentwicklung…“

 

Frage: Rückblende 2009… Was war für Sie die „Attraktion“ der BUGA 2009? Was blieb Ihnen persönlich davon ganz besonders in Erinnerung?

Das BUGA-Maskottchen von 2009 „Fiete“. Foto: M.M.

Martina Müller: Mir persönlich ist ganz besonders der Stolz in Erinnerung geblieben, der während dieser Zeit überall mitschwang. Die Schweriner waren hervorragende Gastgeber und unsere Gästeführer hochmotiviert.

Zudem war 2009 ein wunderbares Veranstaltungsjahr. Das alles zusammen hat ein unglaublich positives Gefühl geweckt, das sich auch auf die Besucher übertragen hat. An die großartige Zusammenarbeit mit der BUGA-Gesellschaft und mit den vielen beteiligten Akteuren erinnere ich mich ebenfalls gerne. Letztere hält bis heute an.

Frage: Zehn Jahre danach… Inzwischen ist wieder längst der Alltag in Schwerin eingekehrt. Von der damaligen Aufbruchsstimmung blieb allerdings wenig. Es wurde sich wieder – viel zu oft – im „Klein-Klein“ verloren. Es gab Querelen um die Gestaltung der Innenstadt (Stichwort „Sinn und Sinnlosigkeit der Marienplatz-Galerie“), um das Theater oder um die Schaffung eines Stadtgeschichtlichen Museums. Nach wie vor schwimmt Schwerin nicht gerade im Geld… Was blieb aus Ihrer Sicht von der BUGA 2009? Hätte man nicht mehr von den damaligen BUGA-Flächen erhalten können?

Blumen aktuell im Schweriner Schloßgarten. Foto: M.M.

Martina Müller: Die BUGA war Auslöser für eine tolle Stadtentwicklung. Schwerin hat sich zum Wasser hin geöffnet, wunderschöne Plätze und Flächen sind entstanden, die das Bild der Stadt auch heute noch prägen… Über Stadtentwicklung und -gestaltung wird es sicherlich immer Diskussionen geben. Es ist eben ein Prozess des Wandels, der subjektiv differenziert betrachtet, befürwortet oder auch abgelehnt werden kann.

Wichtig ist ein strategischer Ansatz, wohin sich eine Stadt entwickeln soll. Und wichtig sind dann die Investitionen, auch wenn die Stadt einen defizitären Haushalt hat. Es sind Investitionen, die Wertschöpfung für den Standort bedeuten. Hier wünsche ich mir für die kommende Zeit mehr Mut in wichtige Umsetzungen. Die Diskussion um ein Stadtgeschichtliches Museum ist ein Beispiel, die Entwicklung des Freilichtmuseums Mueß ein weiteres.

Frage: Der jährliche Schweriner Kultur- und Gartensommer knüpft seit 2010 an die BUGA an… Wie beurteilen Sie dessen Entwicklung? Wie ist der Zuspruch?

Das Schloss Schwerin inmitten der neu geschaffenen Pflanzenpracht. Foto: M.M.

Martina Müller: Der Kultur- und Gartensommer hat sich sehr gut entwickelt. Die Veranstaltungen haben sich über die Jahre etabliert, gemeinsam mit unseren Partnern können wir Jahr für Jahr ein tolles Veranstaltungs-Portfolio anbieten. Wir erfahren dafür sehr viel positive Resonanz und eben auch konkrete Reise-Nachfrage.

Eine Herausforderung wird zukünftig die Finanzierung sein. Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung durch die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin, die Stadtwerke Schwerin, die SWG und die Stadt Schwerin – aber es könnten gerne mehr Unterstützer und Förderer sein…

Frage: Was werden 2019 ganz besondere Highlights des Schweriner Kultur- und Gartensommers sein?

Martina Müller: Ende April haben wir einen erfolgreichen Auftakt mit dem FrühjahrsErwachen erlebt. Es war eine wunderbare Stimmung in der Schweriner Innenstadt. Jetzt geht es Schlag auf Schlag weiter. Es folgen unter anderem das Schlossfest Mitte Juni, die Schlossfestspiele Schwerin, der GourmetGarten im Juli, die Schlossgartenlust Anfang August, die Carl Malchin Ausstellung im Staatlichen Museum und nicht zuletzt das Windros-Festival im Freilichtmuseum Mueß als bewährter Abschluss des Kultur- und Gartensommers.

Letzte Frage: In sechs Jahren, 2025, findet die BUGA in Rostock statt, einer Stadt die sich mit Schiffen und Schiffbau bestens auskennt, welche die Hanse Sail seit Jahren erfolgreich präsentiert. Können 2025 aus Schiffsexperten plötzlich Blumen-Experten werden? Was erhoffen Sie sich, was erwarten Sie von der BUGA 2025

Die Gestaltung der „Schwimmenden Wiese“ am Schloßgarten 2009. Foto: M.M.

Martina Müller: Ich freue mich, dass Rostock den Zuschlag für die BUGA 2025 erhalten hat. Eine BUGA ist keine Blümchen-Schau, sondern handfeste Stadtentwicklung. Ich denke, dass Rostock diese Chance gut für sich nutzen und dabei auf Nachhaltigkeit setzen wird. Diese Möglichkeit  hätte ich mir auch sehr für unsere Stadt gewünscht. Ich drücke Rostock die Daumen, dass alle Akteure gemeinsam eine gute BUGA veranstalten. Auch wir werden Kooperationen suchen und von der Strahlkraft für unser Land profitieren.

… Und noch eine PS-Frage: Vor ein paar Tagen gab es die beliebte Sendung „Bares für Rares“ mit Horst Lichter am bzw. im Schweriner Schloss…  Zu den dargebotenen Raritäten gehörte auch ein Brillantkreuz im Wert zwischen 60000 und 80000 Euro. Kamen durch die Sendung viele Gäste in die Stadt? War die Stadtmarketing GmbH Schwerin  auch etwas eingebunden? Und: Welche Bedeutung haben solche Sendungen aus Ihrer Sicht für Schwerin?

Der Hingucker in und für Schwerin – das Schloss… Foto: M.M.

Martina Müller: Eine Sendung wie Bares für Rares ist von unschätzbarem Wert für die Vermarktung unserer Stadt. Die Folge lief am 22. Mai zur Primetime im ZDF und erreichte mehr als 6 Millionen Zuschauer. Davon können wir bei anderen Werbemaßnahmen oft nur träumen. Zudem wurde unser Schloss in all seinen Facetten gezeigt – Innen wie Außen, mit der schönen Lage am See und bei strahlendem Sonnenschein. Mehr konnten wir uns nicht wünschen.

Deswegen haben wir das Projekt von Anfang an unterstützt. Direkt zum Dreh hat die Sendung hauptsächlich Besucher aus dem Umland nach Schwerin gelockt. Aber wir erhoffen uns durch die Veröffentlichung viele zusätzliche Schwerin-Gäste.

Vielen Dank und weiterhin bestes Engagement für Schwerin!

M.Michels

 

 


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