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Nur noch viermal …

Schlossfestspiele 2011 vor dem Finale

Es geht ins Finale. Nein, dieses Mal ist nicht das Finale der Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland gemeint. Das gewannen nun einmal Japans Frauen mit viel Dusel, aber nicht unverdient, gegen die US-Amerikanerinnen. Nein, jetzt geht es in den Endspurt des „Freischützen“ auf der Freilichtbühne am Schlossgarten in Schwerin. Dieses Mal ohne eine Homare Sawa aus Japan als Torjägerin, die oft „ins Schwarze“ trifft, auch ohne eine Hope Solo, die geniale Torhüterin.

Dieses Mal geht es zwar auch um Treffsicherheit, aber mit scharfer Munition, um – Leuten zu imponieren, die man nicht kennt und mag, mit Hilfe von „schwarzen Jägern“ (Die sich ansonsten parteipolitisch neutral verhalten!), und natürlich geht es wie so oft um die Sympathie zu einer anmutigen Frau. Kurzum: Es geht um Schüsse, Liebe und Hiebe. Das alles verarbeitete Carl-Maria von Weber gekonnt in einer romantischen Oper vor fast 200 Jahren – und nun entdeckte das Mecklenburgische Staatstheater den „Freischützen“ für seine Schlossfestspiele 2011. Eine romantische Oper vor der romantischen Kulisse des Schlossgartens in Schwerin – was will man mehr.

Zwar meinte es Petrus in diesem Jahr nicht besonders gut mit den Akteuren und Zuschauern, aber weder die einen noch die anderen sind ja „aus Zucker“. Und da bekanntlich „nur die Harten in den (Schloss-)Garten gelangen“, waren die Vorstellungen vom 17. Juni bis 24. Juli ein Erfolg.

Moral von der Geschichte: Auch ein wenig treffsicherer Schütze, kann sein Herzblatt erobern. Er muß nur authentisch bleiben, was heutzutage nicht jeder Zeitgenossin oder jedem Zeitgenossen gelingt. Treffsicher ist eben nur der, der auch mal ohne Gewehr und doppelten Boden auskommt – und nicht gleich „Hilfe von oben oder unten“ erbettelt. Hilf Dir selbst, dann „werden Sie geholfen“. Das gilt eben im realen Leben erst recht.
„Freischießendes Resümee“: „Tja, im Leben, im Leben geht mancher Schuss daneben. –  Aber, wo die Liebe hinfällt, da gibt es zu jedem passenden T(r)opf den dazugehörigen Deckel – ob nun mit oder ohne Schuß.“ Oder zumindest so ähnlich …

Wer aber noch Inspirationen für das eigene Dasein braucht, sollte schleunigst wetterfeste Kleidung, ein Interesse für romantische Opern und Sinn für das Schöne mitbringen: Noch am 21, 22., 23. und 24. Juli jeweils ab 21.00 Uhr auf der Freilichtbühne gibt es den „Freischützen“. Karten sind noch erhältlich: unter: Tel. 0385/5300-123 oder über www.theater-schwerin.de.

Und auch hier gilt ein Motto „Auf, auf sprach der Fuchs zum Hasen: Hörst Du nicht den Jäger (zum Finale der Schlossfestspiele) blasen …“

M. Michels


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