Skip to main content

Wenn die Angst das Dasein bestimmt

Nichts dazu gelernt oder jeglichen Mut verloren…

Schlaft Ihr noch oder bewegt Ihr Euch endlich?! Sogar Gevatter Osterhase spitzt die Ohren… Foto: M.M.

30 Jahre nach dem Mauerfall in Deutschland. Hat sich irgendetwas verändert? Ja. Früher zerfielen die Innenstädte, heute sind es die Menschen. Obwohl: In den Innenstädten gibt es dank der vielen „Konsum-Tempel“ immer mehr Leerstände.

Geistiger Leerlauf ist zudem bei nicht vielen Vertretern der selbst ernannten Eliten in Politik, Wirtschaft, Medien und Kultur feststellbar. Nichts läuft wirklich und wenn es läuft – dann nur wie geschmiert. Wollten wir nach den blaublütigen, braunen und knallroten Jahrzehnten nicht alles besser machen?

Geblieben ist von den Vorsätzen wenig. Flucht, Hunger und Vertreibung sind weiterhin brandaktuell. Es toben mehr als 40 Kriege und Konflikte weltweit. Globale Umweltzerstörung inklusive. Im kunterbunt-grauen Deutschland herrscht zwar niemand mehr – um so mehr der Stillstand. Blender und Zocker, Fönwell-Frettchen und Katzbuckler, Rosstäuscher und Hütchenspieler – die geballte Inkompetenz marschiert an der Spitze des Fortschritts. Zielsicher dem Abgrund entgegen.

Hierzulande ersetzen Kampfbegriffe die politische Diskussion, wie der angebliche „flächendeckende Fachkräftemangel“, der allenfalls ein punktueller ist und nur einige Berufsgruppen umfasst.

„Alternativlos“ ist Frau Merkel natürlich auch nicht, wie selbst „seriöse“ Medien behaupten. Und der Begriff „demografischer Wandel“ ist in Zeiten zunehmender Vollautomatisierung, E-Mobilität und Robotik eigentlich lächerlich. Mit immer weniger Arbeitskräften kann immer mehr oder sogar besser produziert werden.

Wenn die Deutschen selbst verschuldet aussterben, dann ist es eben der Lauf der Zeit. Wie mit den Dinos. Irgendwann ist es halt vorbei. Und da die Deutschen mittlerweile nur noch aus Schlafschafen, Lemmingen, Angsthasen und Hamstern bestehen, ist deren Wegsterben auch kein Verlust für die Menschheit. Aus dem „Volk der Dichter und Denker“ wurde ein „Volk der Dicken und Doofen“. Vom Wende-Mut 1989/90 blieb nichts übrig, obwohl der Mut damals schon ein sehr begrenzter bzw. „bekrenzter“ war.

Dabei hatte der große Bert Brecht in seinem „Lob der Dialektik“ auf den Mut und den Einsatz der Einzelnen bzw. des Einzelnen treffend hingewiesen:

„Das Unrecht geht heute einher mit sicherem Schritt. Die Unterdrücker richten sich ein auf zehntausend Jahre. Die Gewalt versichert: So wie es ist, bleibt es. Keine Stimme ertönt – außer der Stimme der Herrschenden. Und auf den Märkten sagt die Ausbeutung laut:  Jetzt beginne ich erst.  Aber von den Unterdrückten sagen viele jetzt: Was wir wollen, geht niemals.

Wer noch lebt, sage nicht: niemals! Das Sichere ist nicht sicher. So, wie es ist, bleibt es nicht. Wenn die Herrschenden gesprochen haben. Werden die Beherrschten sprechen.
Wer wagt zu sagen: Niemals? An wem liegt es, wenn die Unterdrückung bleibt? An uns.

An wem liegt es, wenn sie zerbrochen wird? Ebenfalls an uns. Wer niedergeschlagen wird, der erhebe sich! Wer verloren ist, kämpfe! Wer seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein? Denn die Besiegten von heute sind die Sieger von morgen, Und aus Niemals wird: Heute noch!“

… Wer Brecht nicht nur liest, sondern auch versteht, müßte längst handeln!

Dr. Marko Michels

 

 


Ähnliche Beiträge