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Steine werden eigentlich nicht umgangen…

Ein Blick auf Schwerin und Deutschland

Was ist mit Schwerins kulturellem Leuchtturm nur los? M.M.

Geld regiert bekanntlich die Welt. Alles muß sich rechnen und alle müssen so funktionieren, wie „der Markt“ es verlangt. Zwischen den Menschen haben keine Unterschiede mehr zu bestehen, auch keine positiven.

Es gilt nur darum, mittels eigener geistiger körperlicher und geistiger Kraft einen Mehrwert zu schaffen, der dann den sich selbst Auserwählten nützt. Diese bezeichnen sich dann als Elite, die an der Spitze des Fortschritts marschiert, um die Anderen auf den vermeintlich „richtigen Weg“ zu führen. Auch wenn dieser ein „Holzweg“ ist…

Zwischen CDU und CSU

In der CDU wetteifern einige Männer und eine Frau darum, wer diese Partei führen soll. In der SPD ist frau/man angesichts eines fulminanten politischen Niedergangs paralysiert. Die Grünen, die sich seit den 1980ern nicht wesentlich weiter entwickelten, profitieren davon. Die AfD hat, wie früher schon Union und SPD, mit vermeintlich illegalen Parteispenden zu kämpfen. Die Linkspartei kämpft gegen die Vergangenheit, ihre Wurzeln liegen in der SED, was heute viele vergessen haben und vergessen wollen. Die FDP erscheint nur noch als Relikt von früher. Ihr Dasein in der Moderne muß erst noch begründet werden. Und die CSU hat sich immer noch nicht entschieden, wofür sie stehen will – für Lederhosen, Laptop oder Herrn Seehofer. Oder für nichts von den „Dreien“.

Ruhiges Schwerin?!

Das Staatliche Museum in Schwerin – ein geschichtsträchtiger Ort… M.M.

Da ist es in Schwerin doch angenehm ruhig. Auf den ersten Blick. Nachdem CDU, SPD und Linkspartei fast auch den letzten weiblichen oder männlichen Freigeist aus Schwerin und M-V vergraulten, umwehen die schmucken Schlösser, Gutshäuser und Einrichtungen im deutschen Nordosten ein Hauch von Provinzialität und Tristesse.

Was nützen aber  gewienerte Marktplätze, die altbekannten Schlösser und die herrlich blaue Ostsee, dazu die hübschen Kirchen und restaurierten Baudenkmäler, wenn die jungen, spritzigen und denkfähigen Menschen Mecklenburg-Vorpommern „Tschüssikowski“ sagen? Spaziert man – am „Alltag“ – durch die Innenstädte von Rostock, Greifswald, Wismar oder Schwerin, so erblickt man, zumeist nur im Stadtzentrum, wieder „schön“ hergerichtete Altbauten, aber schaut gleichzeitig in leere Gesichter der Mitmenschen, die hektisch zu ihren prekären Jobs spurten.

Verfielen in der DDR die Gebäude, so verfällt heute, bis auf die selbst ernannten Eliten, die Mehrheit der Menschen – und merkt es nicht einmal.

Wo bleibt der kritische mediale „Geist“?

Im TV läuft immer der gleiche „Schnee“. M.M.

Die Massen-Medien, deren Naturaufgabe es eigentlich sein sollte, die Regierenden zu kritisieren, müssen sich nicht zu Unrecht den Vorwurf gefallen lassen, oftmals regierungstreu und unkritisch über die Regierungspolitik von CDU und SPD, ob in Berlin oder in Schwerin, zu berichten. Anscheinend haben einige Journalisten eine chronische Beißhemmung – natürlich im übertragenen Sinne – gegenüber Sozial- und Christdemokraten. Liegt es an der AfD, an mangelndem Mut oder daran, dass man mit den „dritten“ nicht mehr so richtig zubeißen möchte?

Alle „Nazis“?

Wehe, man kritisiert heute Frau Merkel und deren Flüchtlingspolitik (auch wenn man selbst für die gesetzlich verbriefte Hilfe gegenüber politisch bzw. religiös Verfolgten und Bürgerkriegsflüchtlingen ist), dann gilt man sogleich als „Rechtspopulist“ und „Nazi“. Das würde dann bedeuten, dass mehr als die offizielle Hälfte der Deutschen „Nazis“ ist… Hier stellen sich eher die Fragen, warum – auch die Massen-Medien – folgende Sachverhalte nicht thematisieren:

1.Warum wird nicht mehr zwischen „Migranten“ und „Flüchtlingen“ (nach Definition der Genfer Flüchtlingskonvention der Vereinten Nationen) unterschieden? … Nur „Dummies“ haben etwas gegen Menschen, die sich selbstlos gegen Despoten und Diktatoren erheben und deshalb fliehen müssen! – Übrigens: Alle „Flüchtlinge“ sind auch „Migranten“, aber nur ein kleiner Teil der „Migranten“ sind „Flüchtlinge“!

2.Warum wird nicht glasklar gesagt, dass Deutschland bereit ist, Bürgerkriegsflüchtlinge aufzunehmen, die dann aber nach Befriedung ihrer Länder wieder in die alte Heimat zurück müssen, um diese wieder aufzubauen? Das wurde nach Ende des Jugoslawien-Krieges einst auch praktiziert…

3.Warum werden „Migration“ und „punktueller Fachkräftemangel“ vermengt? Wie heute bekannt ist, kann nur eine Minderheit der Migranten den „punktuellen Fachkräftemangel“ in Deutschland „beheben“. Was helfen würde, wäre ein Zuwanderungsgesetz mit klaren Vorgaben und Regeln.

Natürlich wurde die Migrationspolitik von Frau Merkel auch nie kommuniziert. Und nun ist das Dilemma da. Lösungen – nicht in Sicht.

Wo bleibt die Selbstkritik?

Und da fragt man sich in Regierungskreisen, auch in Schwerin, warum die Menschen unzufrieden sind. Ganz einfach: Erst werden von den Eliten Probleme geschaffen, für deren Lösung dann die Bevölkerung herhalten muß.

Dazu die Unehrlichkeit in puncto „Jobwunder“ auf dem Arbeitsmarkt. Ja, es gibt immer mehr sozialversicherungspflichtige Jobs, auch in Schwerin. Aber: Was nützen sozialversicherungspflichtige Jobs, die oftmals in Teilzeit sind und keine Entlohnung bieten, um davon leben zu können. Die Folge ist, dass viele Arbeitnehmer zum Jobcenter müssen, um ihren Lohn „aufstocken“ zu lassen, um Mieten, Gebühren, Abgaben und Lebenshaltungskosten bezahlen zu können.

Was nützen zudem die „schönsten“ Arbeitsmarktstatistiken, wenn ganze Gruppen heraus gerechnet werden? Von der verschlafenen Digitalisierung, den Defiziten im Gesundheits-, Pflege- und Bildungswesen oder den nicht sicheren Renten sei an dieser Stelle gar nicht erst die Rede.

In Schwerin nicht anders…

Blick auf den Pfaffenteich. M.M.

In Schwerin ist es nicht anders. Der „kulturelle Leuchtturm“, das Mecklenburgische Staatstheater, „leuchtet“ nicht mehr so recht. Die Stimmung in der Stadt ist nicht wirklich gut, blickt man genau hin und sieht man genau hin. Dass  unter politisch-medialen Aspekten inzwischen viele eine Lesebrille und ein Hörgerät dafür benötigen, obwohl es medizinisch gar nicht notwendig wäre, spricht für sich.

Schwerin ist in Grüppchen zerfallen – die Stadt ist „gedrittelt“. Einem Drittel, ob durch eigenen Verdienst oder durch „Vitamin B-Zusatz“, geht es blendend. Einem weiteren Drittel geht es so „la la“, mal mehr, mal weniger gut. Und einem Drittel geht es gar nicht gut. Die Stadtteile, in denen Armut herrscht, sind dabei hinreichend bekannt. Die Kontakte unter den diversen „Dritteln“ bleiben spärlich. Man ist nicht sonderlich aneinander interessiert. In vielen anderen deutschen Städten ist es aber ähnlich. Kein Trost.

Wie geht es weiter?!

Der Jahresendspurt, mit Adventszeit, Weihnachtsmärkten, Weihnachten, Silvester und dann Neujahr wird die Stimmung etwas heben. Aber danach…

Wie lautet eine alte Weisheit „Steine werden nicht umgangen, sie werden aus dem Weg geräumt…“ Der Eindruck verfestigt sich aber, dass viele bei den nächsten alpinen Ski-WM im Slalom starten wollen – und das als „politische Flachland-Tiroler“!

Marko Michels

 


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