Skip to main content

Schwerin vor Rostock?!

„Ochsenköppe“ statt „Fischköppe“…

Alle Wege führen ins Schweriner Schloss. M.M.

Es scheint wohl so zu sein, dass Schwerin mittlerweile in M-V Rostock „den Rang abläuft“. Nachdem durch archäologische Grabungen festgestellt wurde, dass Schwerin nicht erst 858 Jahre alt ist, sondern in diesem Jahr 2018 bereits stolze 1000 Lenze zählt, wirkt Rostock noch ziemlich jung und hausbacken. Auf gerade einmal schlappe 800 Jahre bringt es die Stadt der Fischer und Segler.

Schwerin durchaus mit Vorteilen

Überhaupt braucht sich Schwerin vor Rostock nicht verstecken. Rostock mag zwar die viertälteste Universität in Deutschland aufweisen, dafür hat Schwerin das drittälteste Orchester in Deutschland bzw. hatte die erste deutsche Schauspiel-Akademie.

Die vorerst letzten olympischen/paralympischen (Gold-)Erfolge für M-V verzeichneten zudem jeweils Schwerinerinnen bzw. Schweriner, so Peter Kretschmer im Kanu-Rennsport 2012, Ramona und Carmen Brussig im Judo 2012 bzw. Vanessa Low in der Leichtathletik 2016.

Rostock mag zwar einen schönen Universitätsplatz und einen schönen Stadthafen haben, das toppt Schwerin aber mit dem Schloss-Ensemble und dem historischen Marktplatz umgeben vom Dom, Säulengebäude bzw. dem alten Rathaus.

Rostock hat einige Museen, was aber auch – mit Blick unter anderem auf das Freilichtmuseum Mueß, das Eisenbahnmuseum, das Flippermuseum, das Feuerwehrmuseum und nicht zuletzt das Staatliche Museum bzw. Schloß-Museum – für Schwerin gilt.

Für und wider

Zwar ist Rostock wirtschaftlich (noch) stärker, aber auch hier holt Schwerin auf – Stichworte „Technologie- und Gewerbezentrum Schwerin-Wismar“ oder „Neu-Ansiedlungen im Gebiet Göhrener Tannen“.

Beide Städte haben „Capitol-Lichtspielhäuser“, wobei Schwerin das ältere davon besitzt (Schwerin 1936, Rostock 1938).

Rostock hat zwar den größten Weihnachtsmarkt in Norddeutschland, Schwerin dafür den zeitlich längsten.

Schwerin hat einen Fernsehturm, auf dem sich bis Ende 2017 auch ein Restaurant befand – Rostock nur einen Fernmeldeturm.

Besser oder doch nicht

Stadthafen in Rostock. M.M.

Was ist schon die „Hanse Sail“ in Rostock gegen das „Drachenbootfestival“ in Schwerin… Der bereits erwähnte Sport wird in beiden Städten groß geschrieben. Während die Schweriner eine große Tradition im Boxsport, im Frauen-Volleyball, in der Leichtathletik vorweisen können, so ist es für die Rostocker ähnlich im Wasserspringen, im Rudern oder auch in der Leichtathletik. Rostock hat hingegen das stärkste Fußball-Team in M-V, Schwerin mit dem SSC das stärkste Frauen-Volleyball-Team in Deutschland.

Kulturell nehmen sich beide Städte nichts, wobei das Mecklenburgische Staatstheater hinsichtlich Gemäuer bzw. Programm doch attraktiver ist als das Volkstheater Rostock.

Politische Frauen-Power Mangelware?

Die Stadtoberhäupter sind sowohl in Schwerin als auch in Rostock jeweils Männer (in Schwerin Dr. Rico Badenschier, in Rostock Roland Methling). Anscheinend ist die politische Frauen-Power in beiden Städten nicht sonderlich ausgeprägt. Allerdings ist die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger mit der kommunalen Politik in Schwerin und in Rostock nicht sonderlich ausgeprägt, um es vorsichtig zu formulieren.

Beide Städte verfügen über eine gewisse Größe, wobei Rostock noch größer ist, aber in einigen Stadtteilen in Schwerin (Großer Dreesch, Mueßer Holz) und in Rostock (Reutershagen, Gehlsdorf, Lichtenhagen, Schmarl) möchte man nicht einmal begraben sein, geschweige dort zu wohnen. In den zentralen Lagen sind in beiden Kommunen die Mieten inzwischen unerschwinglich.

Durchaus auch gleiche „Bedingungen“

Mecklenburgisches Staatstheater in Schwerin. M.M.

Das übliche Postengeschacher gibt es bei den „Ochsenköppen“ in Schwerin ebenso wie bei den „Fischköppen“ in Rostock. Wehe man verfügt nicht über genügend „Vitamin B“, „effektive Netzwerke“, „gute Bekannte an den Schalthebeln der Macht“ und leistet sich sogar den Luxus ein Freidenker zu sein, dann bricht sämtliches Ungemach in beiden Städten über den Delinquenten herein.

Tja, in beiden Städten bleibt viel zu tun. Packen wir es also an oder aus – packen letztendlich gleich ein!

Marko Michels

 

 

 


Ähnliche Beiträge