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Goldene Zeiten für Schwerin – zumindest im Volleyball

Nachgefragt bei SSC-Spielerin Elisa Lohmann

Elisa Lohmann. Foto: SSC

Rostock feiert 2018 den 800.Geburtstag und organisiert eine feucht-fröhliche Party. Schwerin wird 2018 sogar stolze 1000 – und was ist… Es gibt keine Party. Okay, irrtümlich wurde 2010 das 850.Stadtjubiläum in Schwerin zelebriert, bis bei Ausgrabungen im Schlossinnenhof 2014 ein anderes Alter ermittelt werden konnte. So wurde die Schweriner Burg bereits vor 1000 Jahren erwähnt… Aber so ganz ohne Party – das ist doch eigentlich ein NO GO.

Das dachten sich auch die Volleyball-Mädels vom SSC Palmberg Schwerin und gewannen zum 1000.Jubiläum Schwerins wieder die Meisterschale. Ein wenig „güldener“ Glanz für Schwerin 2018 sollte schon sein, so doch Schwerin meist durch eine gewisse liebliche Provinzialität besticht.

Eine, die mit dieser „lieblichen Provinzialität“ auch keine Probleme hat, ist Elisa Lohmann, die neunzehnjährige Nachwuchsspielerin des SSC, die über die Stationen VC Parchim und VCO Schwerin den Weg zum SSC fand.

Was macht für Sie den Reiz des Volleyballsportes und Schwerins aus?!

Der SCHWERIN-BLOG fragte nach

Elisa Lohmann über die Höhepunkte der Volleyball-Saison 2017/18, ihre Begeisterung für den Volleyballsport, das Volleyball-Land M-V, die Stadt Schwerin und ihren Ausgleich zum Volleyballsport

„Gebe immer einhundert Prozent…“

Frage: Elisa, herzlichen Glückwunsch zur erneuten Meisterschaft. Was waren für Sie die Highlights der Saison? Was waren für Sie die ganz besonderen Momente in der Saison 2017/18?

Elisa Lohmann: Die Saison hat mit einem großen Highlight begonnen. Nach nur wenigen gemeinsamen Trainingseinheiten konnten wir den Supercup gewinnen und sind mit einem ersten Titel in die Saison gestartet.

Ein weiteres Highlight war für mich der Europapokal. Die Spiele gegen Le Cannet, Pomi-Casalmaggiore und Eczacibasi Istanbul sind auf einem Top-Niveau gewesen.

Gegen internationale Stars, wie zum Beispiel Tijana Boskovic (Eczacibasi Istanbul), spielt man nicht jeden Tag. Bisher habe ich sie eher über das Internet verfolgt.

Es war also etwas Besonderes für mich, gegen solche Spielerinnen Einsatzzeiten zu bekommen. Das absolute Highlight war für mich jedoch Deutscher Meister zu werden. Es war eine Finalserie mit sehr vielen Emotionen, die den Sieg perfekt machten.

Elisa Lohmann in Aktion. Foto: SSC

Frage: Für Sie persönlich… Was ist das Besondere, das Reizvolle, für den SSC „schmettern“ zu können? Was bedeutet Ihnen Ihr Sport?

Elisa Lohmann: Der SSC Palmberg Schwerin gehört zu den besten Clubs in Deutschland. Ich trainiere und spiele hier mit Top-Spielerinnen zusammen. Viele Spielerinnen sind sehr erfahren und sogar Kader der Nationalmannschaft.

Ich habe hier also die Möglichkeit, mit meinen Vorbildern aufzulaufen. Das Trainings-Niveau ist deshalb immer unglaublich hoch. Ich bin in jedem Training gefordert, einhundert Prozent meiner Leistung abzurufen und kann meine Leistung hier bestens steigern.

Außerdem finde ich es toll, wie die Mannschaft hier in Schwerin präsentiert wird, wie herzlich die Spieler hier aufgenommen werden und wie sehr die Fans hinter der Mannschaft stehen und sie überall unterstützen.

Genau das macht den Sport auch für mich aus. Immer einhundert Prozent zu geben, sich immer verbessern zu wollen und zu spüren, dass es noch weiter nach oben gehen kann. Ich lebe letztendlich den Traum, den ich – seit ich angefangen habe, Volleyball zu spielen – habe.

Frage: MV ist ohnehin eine Hochburg des Volleyballsportes – gerade bei den Frauen, ob beim SSC, beim VCO Schwerin, beim VC Parchim, den Stralsunder Wildcats oder den SV Warnemünde. Für einige der Vereine spielten Sie, andere kennen Sie durch Liga- bzw. Pokal-Partien… Wie beurteilen Sie das Volleyball-Land M-V?

Elisa Lohmann: Ich denke, dass M-V gute Arbeit im Bereich Volleyball leistet. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Parchim und Schwerin im Jugend-Bereich gute Arbeit leisten und im nationalen Vergleich immer wieder gut abschneidet.

Außerdem geht es schon sehr früh mit den Sichtungen für die Landesauswahl MV los. Die besten Spieler aus MV nehmen an Lehrgängen und bundesweiten Turnieren teil. So hat man als junge Spielerin auch die Chance, beispielsweise vom Bundestrainer der Jugendnationalmannschaft gesehen zu werden.

Auch im Erwachsenen-Bereich kann sich MV zeigen. Die genannten Vereine haben MV in der letzten Saison in der dritten Liga und in der zweiten Liga vertreten und gute Ergebnisse erzielen können.

Frage: Schwerin ist zwar überschaubar, nett, mitunter lieblich, mitunter sehr provinziell… Jeder kennt jeden, was Fluch und Segen gleichzeitig sein kann. Die Angebote für „die Altersklasse ohne Rollator“ sind als eher dürftig einzuschätzen… Mögen Sie Schwerin als Stadt dennoch? Was sind für Sie Plus- wie Minuspunkte bei der Schweriner Entwicklung?

Elisa Lohmann: Schwerin ist eine sehr schöne Stadt. Besonders das Schloss und die vielen Seen zeichnen Schwerin aus und bieten gute Möglichkeiten, um entspannen und abschalten zu können. Schade ist jedoch, dass Schwerin keine Universität hat und somit auch eher weniger junge Leute hier bleiben.

Frage: Sie wurden ja in die Nationalmannschaft berufen… Welches sind da Ihre Ziele? Und: Was ist Ihr Ausgleich zum Volleyballsport?

Elisa Lohmann: Ich habe mich sehr über eine Einladung zur Nationalmannschaft gefreut. Mein Ziel ist es, meine bestmögliche Leistung abzurufen und zu zeigen, was ich wirklich kann. Ich möchte von den erfahrenen Spielern und Coaches viel lernen und neue Eindrücke sammeln, um mich weiter verbessern zu können.

… Mein Ausgleich – neben dem Volleyball – ist, Zeit mit meiner Familie und mit meinen Freunden zu verbringen.

Vielen Dank und weiterhin alles erdenklich Gute!

M.Michels


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