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Gibt es die „Usain-Bolt-Koalition“?

Überholen – ohne jemals einholen zu müssen…

Die Wahl ist gelaufen. Anscheinend gibt es eine „Usain-Bolt-Koalition“, im politischen Sprech „Jamaika-Koalition“ genannt. Statt „Sunshine-Reggae auf Ibiza“ nun „Selbiges in Berlin“. Da wird Spree-Athen zu Kingston-Town.

Dem Fortschritt entgegen

Fragt sich nur, wer den Usain Bolt (oder Merlene Ottey) in der eventuellen Schwarz-Schwarz-Gelb-Blau-Grünen Koalition“ geben wird? … Wird in „Sieben-Meilen-Spikes“ dem Fortschritt entgegen gerannt? Oder gilt dann bald wieder „Einholen ohne Überholen!“. Sowie noch besser: „Da, wo `wir` sind, ist der Fortschritt, aber `wir` können nicht überall sein!“.

SPD in M-V nur auf Rang vier

In Mecklenburg-Vorpommern wurde es für die SPD ganz bitter. Nur noch 15,1 Prozent – hinter CDU (33,1 Prozent), AfD (18,6 Prozent) sowie Linkspartei (17,8 Prozent) nur noch Rang vier im Parteienspektrum. Das sollte Anlass zur Nachdenklichkeit sein.

Übermut tut selten gut

Aber es gehört schon eine ungesunde Prise Überheblichkeit dazu, wie nun einige Unionspolitikerinnen und -politiker angesichts ihres dürftigen Resultates, das zu einem Pyrrhus-Sieg reichte, auftreten. Die CDU schaffte bundesweit 26,8 Prozent, ihre bayrische Schwesterpartei, die CSU, die gern ihre Eigenständigkeit bzw. Unabhängigkeit betont, separat ausgiebig von der staatlichen Wahlkampfkostenrückerstattung profitiert, eigene „parteinahe“ Stiftungen hat und ebenso spezifische Spenden erhält, holte gerade einmal 38,5 Prozent in Bayern, was bundesweit 6,2 Prozent entspricht.

Für SPD, CDU und CSU sind das alles historische Debakel. Unfassbar wie die Union jeglichen Realitätssinn für die Bewertung ihres schwachen Ergebnisses verloren hat.

Ball flach halten

Die bundesweiten Ergebnisse der AfD (12,6 Prozent), der FDP (10,7 Prozent), der Linken (9,2 Prozent) und der Grünen (8,9 Prozent) sind indes in etwa erwartet worden.

Viele malen angesichts des starken Abschneidens der AfD Schreckgespenster an die Wände. Da werden historische Parallelen gezogen, die eher diffamierend als konstruktiv in der Auseinandersetzung sind.

Weniger Aufregung bezüglich des Verhaltens unserer Politikerinnen und Politiker täte gut. Von Politikerinnen und Politikern etwas zu erwarten, wäre ebenso, als darauf zu hoffen, dass die Traumfrau vom Himmel fallen könnte. (Obwohl: So etwas soll es in der Menschheitsgeschichte schon gegeben haben…)

So gesehen hat der deutsche Journalist und Satiriker Wolfgang J. Reus Recht, der einmal sagte: „Am Tag nach der Bundestagswahl stand ich früh auf und ging durch die Straßen. Und welche Überraschung: Noch immer die selbe Republik…“

Deutschland in der Defensive

Allerdings ist Deutschland in der Defensive – ob in den  Bereichen digitaler Technologie, Bildung, Gestaltung der künftigen Arbeitswelt oder einer zukunftsorientierten Volkswirtschaft. Nicht alles, aber vieles liegt im Argen. Die Statistiken sind oft geschönt, aber die Realität ist eine andere – jedenfalls für eine Mehrheit im Lande. Hätte die Union auch unter Frau Merkel einem qualifizierten Einwanderungsgesetz zugestimmt, den Kurswechsel in der Migrationspolitik 2015 zumindest in der eigenen Bevölkerung und in der EU begründet, so hätte es diese Verwerfungen, diese Unzufriedenheit in der Bevölkerung nicht gegeben.

Auf der Strecke blieben dabei die vielen echten Flüchtlingen, die in ihren Heimatländern aus politischen und religiösen Gründen verfolgt werden, wie zum Beispiel die Jesiden in Nord-Syrien, die sich eine Flucht nach Deutschland nicht leisten können.

Wo bleibt da die angebliche neue  „Führerin der neuen Welt“ – auch wieder so ein arroganter Terminus aus CDU-Politkreisen und willfährigen medialen Speichelleckern.

Raus aus dem Wahlkampfmodus

Aber: Erst einmal raus aus dem Wahlkrampf-Modus!

Erinnert sei nur an eine Begebenheit, an der schon der deutsch-kanadische Publizist Willy Meurer erinnerte: „Ein Amerikaner fragte einmal einen Chinesen, ob man in China auch Wahlen abhalte – ohne die Kenntnis, dass Chinesen den Konsonanten `r` mit dem Konsonanten `l` (und umgekehrt) ersetzen. So fragte der Amerikaner: `Do you have elections?` – Daraufhin lächelte der Chinese und sagte: `Off coulse – evely molning!`“

Tja, es gibt auch Gefühle jenseits wahlkampftechnischer Rhetorik. Zur Not gibt es politisches Viagra beim parteilichen Mineralsekretär des eigenen Vertrauens!

Übrigens: Gegen schlechte Wahlergebnisse hilft in Zukunft eine bessere Politik, kompetent, weitsichtig und ganz nah an der Bürgerin und am Bürger!

Marko Michels

Foto (Michels): Alle einsteigen. Neues Ziel, neue Richtung und neuer (Polit-)Service. Die Abfahrt des Zuges verspätet sich nur um 4 Jahre…

 

 


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