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Ein faustscher Pakt?

Ist die Theater-Finanzierung in M-V wirklich gesichert…

Achtung! Achtung! Spielplanänderung im Schweriner Schloss. Es läuft nunmehr das Stück „Wir schaffen das – auch in M-V“. Bei freiem Eintritt darf der gemeine Bürger zusehen, wie allerdings er geschafft wird… M.M.

In M-V gibt es nunmehr einen „Theaterpakt“, das heißt, einen finanziellen Pakt zwischen dem Land (Landesregierung) und den vier Mehrspartenhäusern in M-V.

Nur ums Geld

Eigentlich geht es gar nicht um die Theater an sich, um eine bessere Qualität, gar um eine Personalaufstockung oder gar eine bessere Ausstattung der einzelnen Theater, nein, es geht darum, dass ursprünglich sinnfreie Theater-Fusionen, die einen Abbau von Personal und Qualität bedeutet hätten, vom Tisch sind. Ein Personalabbau erfolgt trotz des Paktes weiter…

Ansonsten ging es natürlich nur um den schnöden Mammon- also „dem Gott“, dem fast alle Deutschen hinterher flitzen.

Das Land, also die Landesregierung, erhöht ihre Zuwendungen an die vier Theater-Häuser von 36 Millionen Euro auf 40 Millionen Euro. In Zeiten von Inflation, steigender Kosten zwar ein „Tropfen auf dem heißen Theater-Stein“, aber die Intendanten jubeln, zusammen mit den Protagonisten der Landesregierung M-V.

Nichts ist sicher

Warum eigentlich?! Ob es Tariflöhne für die derzeit Beschäftigten in den Theatern gibt, bleibt vage… Der Personalabbau geht weiter. Die eigentlich (?) klammen kommunalen Träger sollen ebenfalls mehr „theatralische Zuschüsse“ aufbringen. Und eine finanziell-materielle Sicherheit für die vier Mehrsparten-Theater über das Jahr 2028 hinaus ist zudem nicht gegeben.

Ein kleiner Fortschritt

Sicher der „Theaterpakt 2018“ ist ein kleiner Fortschritt gegenüber den „Brodkorbschen Fusionsplänen“, aber es ist kein gewaltiger Schritt für die kulturinteressierten Menschen im Lande. Warum daher der grenzenlose mediale Jubel bei Regierenden und Intendanten? Wahrscheinlich ist es, dass diejenigen, die heute jubeln, übermorgen mit der ganzen Angelegenheit nichts mehr zu tun haben werden. Dann müssen andere für echte Problemlösungen sorgen. Hauptsache, die Gegenwart erscheint „rosarot“ für die Theater-Welt in M-V.

Insofern ist es eher ein „Faustscher Pakt“, den Regierende und Theaterschaffende eingingen. Wer soll aber dafür sorgen, dass „der Besen“ wieder in die Ecke gelangt.

Wie heißt es nämlich in Goethes „Zauberlehrling“: „… In die Ecke, Besen! Besen! Seids gewesen. Denn als Geister ruft euch nur, zu seinem Zwecke, erst hervor der alte Meister.“

Zauberlehrlinge allerorten

Allerdings gibt es immer weniger Meister in M-V, insbesondere in der Politik. Der selbst inszenierte Fachkräftemangel, eine politisch-wirtschaftliche Operette, die seit 2010 ff. im Spielplan ist und dessen Urheberschaft so gewiss wie ungewiss ist, fordert in der Realität eben seinen Tribut.

Schön, dass politische Zauberlehrlinge, ob im Schweriner Schloss oder im Berliner Reichstag, ihre gut dotierten Dauer-Praktika bis zur Pension absolvieren dürfen, aber bereits Wilhelm Busch meinte ja: „Wehe, wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe!“.

Das ist aber auch in puncto Theater-Finanzierung längst nicht in Sicht. Eine echte Lösung wurde aktuell nur aufgeschoben. Nachhaltig gelöst wurde nichts. Zumindest da ist zwischen MV und der Weltpolitik (Stichworte „Trump and Kim“) ein „synchroner Gleichschritt“ erreicht.

Marko Michels


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